#070 - Können wir uns Pflege noch leisten, Frau Ferihumer?
Shownotes
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00:00:03: Geld und Leben, der Finanzpodcast der Oberösterreichischen Nachrichten von und mit Wirtschaftsressorleiter Dietmar Mascha.
00:00:13: Schönen guten Tag meine sehr verehrten Damen und Herren!
00:00:16: Willkommen beim Podcast Geld und Leben.
00:00:19: Heute geht es nicht um Geldanlage sondern um Fährsorge und Vorsorge.
00:00:24: Österreich wird immer älter Das ist schön.
00:00:28: Weniger.
00:00:28: schön ist aber, dass wir nicht sehr gesund älter werden und der Pflegebedarf schon jetzt ein hohes Maß angenommen hat um in den kommenden Jahren noch steigen wird.
00:00:39: Österreich gibt jährlich fünf Prozent vierundsiebzig Milliarden für Pflegedienste aus.
00:00:44: Seit mehr als dreißig Jahren baut Österreich auch ein Netz auf das Pflegeorganisiert.
00:00:48: Es gibt Pflegegelden verschiedenen Stufen Und die Ausgaben dafür sind seit Jahrzehnt neunzehnten allein um vierzig.
00:00:57: wie wir uns Pflege im Einzelfall als Gesellschaft leisten können, was sie kostet.
00:01:04: Darüber spreche ich heute mit einem Studiogast.
00:01:06: Das ist Anna Ferihoma, sie ist Geschäftsführerin der noch jungen Pflegemanagement GSMBH Oberösterreich und ich freue mich, dass Sie heute da sind.
00:01:14: Herzlich willkommen!
00:01:15: Danke für die Einladung
00:01:16: Frau Ferihomo, die Pflege-Management Gsmbh ist eine Initiative der fünfzehn Sozialhilfeverbände in Oberösterich und das Landesoberösterreich als kann man sagen noch eine Behörde.
00:01:27: wozu brauchen wir die?
00:01:29: Was machen Sie eigentlich genau?
00:01:32: Also wir sind keine zusätzliche Behörde, sondern eine Unterstützungseinheit für die Sozialhilfeverbände und das Land Oberösterreich.
00:01:40: Es gibt einen konkreten Hintergrund warum wir geschaffen worden sind weil die Pflege in Oberösterich sehr regional organisiert ist mit den Sozialhilfeverbänden.
00:01:49: So ein Sozialhilfestand gibt es in jedem Flächen Bundesland Und die arbeiten mit einer maximalen Effizienz.
00:01:54: Also man muss sich vorstellen, ein Sozialhilfeverband ist ungefähr verantwortlich für vierhundert Mitarbeiter und verantwortet der Budget in der Höhe von ungefähr hundert Millionen Euro.
00:02:08: Ein SAPV hat aber nur eine Geschäftsstelle von ungefähr vier bis fünf Mitarbeitern – so eine Dimension findet man in der freien Wirtschaft in Wahrheit nicht!
00:02:17: Und deshalb hat man gesagt, wir gründet jetzt diese neue GmbH zur Unterstützung und wir unterstützen konkret bei der Personalgewinnung also zum Beispiel nationale in Oberösterreich aber auch im internationalen Raum.
00:02:29: Wir unterstützen im Innovationsmanagement wenn es um die Entwicklung von neuen Pflegeformen geht oder Entwicklung von digitalen Assistenzsysteme in der Pflege bis hin aber auch Teile in der Verwaltung z.B.
00:02:40: im Baumanagement und in der juristischen Beratung.
00:02:43: Diese Sozialhilfeverbände sind sehr selbstständige Einheiten.
00:02:47: Die lassen sich von Ihnen wahrscheinlich nichts vorschreiben, oder?
00:02:50: Das soll auch nicht Sinn der Sache sein.
00:02:52: Also wir setzen die Sozialhilfeverbände nicht, aber unterstützen sie gerade in den Bereichen, die in den nächsten Jahren stark anwachsen werden eben durch die Demografie, die jetzt ins Rollen kommt und eine große Herausforderung sein wird.
00:03:06: Und da gibt es eben Aufgabenfelder wie die internationale Personalgewinnung um die hat man sich vor zehn, fünfzehn Jahren kaum kümmern müssen oder auch juristische Beratungen weil Ansprüche höher werden.
00:03:19: ein Felder, wo man gesagt hat die parkt man jetzt in die Szenarien GmbH und darunter stützen wir eben.
00:03:26: Sie haben schon angesprochen es werden wahrscheinlich mehr Menschen pflegebedürftig wären in den kommenden kann man sich leicht ausrechnen.
00:03:36: Die Demografie zeigt uns, dass die Babybummergeneration jetzt langsam in Pension geht.
00:03:40: Das sind die Menschen, die wahrscheinlich in fünfzehn oder zwanzig Jahren einen erhöhten Pflegebedarf haben.
00:03:46: Wie finanziert sich die Pflege derzeit?
00:03:50: Die Pflege ist ein bisschen wie am Marmorkuhfen in Österreich.
00:03:53: Also die Ebenen sind stark miteinander vermischt, wir haben die pflegebedürftigen Personen, die den Eigenbeitrag leisten über die Pensionen, über Pflegegeld und ihr laufendes Einkommen.
00:04:07: Wir haben den Bund der vor allem mit dem Pflegegelder einen großen Beitrag leistet.
00:04:12: das sind ungefähr die drei Komma sechs Milliarden Euro pro Jahr.
00:04:16: Und wir haben Land, Gemeinden und Städte.
00:04:19: die leisten viel im Bereich der Sachleistungen.
00:04:22: Also die Pflegeheime, den mobilen Diensten und vor allem auch die Sozialhilfe.
00:04:27: für alle, die sich über Eigenbeiträge die Pfleger selbst nicht leisten können gibt sie Sozialhilfen, die dann quasi diese Härten abfedert und den Restbetrag finanziert.
00:04:37: Sie haben sich den Punkt schon angesprochen.
00:04:40: Auf Gemeindeebene ist es ja, glaube ich, je nach Sozialhilfeverband sehr unterschiedlich was diese leisten müssen?
00:04:47: Es gibt die Grundversorgung also vor allem dem Betrieb der Pflegeheime und die mobilen Dienste.
00:04:54: bei den Tagesbetreuungs-Einrichtungen und Tagespflegeeinrichtern hat man schon wieder ein bisschen mehr Unterschied das in manchen Bezirken stark ausgebaut ein bisschen weniger ausgebaut.
00:05:08: Also wir haben die Grundpflege, die jeder Sozialhilfeverband leistet und dann gibt es regionale Abstufungen.
00:05:17: Was muss da zu Pflegende eigentlich bezahlen?
00:05:21: Wofür?
00:05:22: Es gibt ja die ambulante Pflege, stationäre Pflege.
00:05:25: Die ambulante wird möglicherweise um einiges bildiger sein.
00:05:29: Grundsätzlich gibt es in Oberösterreich eine soziale Staffelung.
00:05:34: Das heißt, es ist abhängig davon wie viel Pflegebedürftigkeit ich habe und auch wie viele Verdienstmöglichkeiten oder Finanzierungsmöglichheiten ich mitbringe.
00:05:47: wenn wir uns die einzelnen Formen anschauen Die mobile Pflege oder ambulante Pflege kostet ungefähr sechzig bis siebzig Euro pro Stunde im Vollkostensatz.
00:05:56: Und je nach den Möglichkeiten zahlen dann die pflegebedürftigen Personen beginnend, glaube ich mit drei Euro Sechzig pro Stunde oder eben tatsächlich den Vollkastensatz mit sechzig Euro pro stunde.
00:06:08: und das benüßt sich danach welches Einkommen die Menschen haben
00:06:11: genau
00:06:12: aber nicht welches Vermögen Sie haben.
00:06:15: Es bemisst sich noch dem Einkommen, weil der Zugriff auf das Vermögen durch den Pflegeregräste erst im Jahr ist abgeschafft worden.
00:06:22: Das heißt, als Staat hat jetzt grundsätzlich keine Möglichkeiten mehr auf mein Vermögens, auf das Haus und auf das Erbe zuzugreifen.
00:06:29: Das bleibt doch so voraussichtlich?
00:06:32: Meines Wissens ist nichts anderes geplant.
00:06:34: Aber man muss schon dazusagen, durch die Abschaffung von Pflegeregressen gibt Kosten natürlich nicht verschwunden.
00:06:40: Die verteilen sich jetzt eben anders.
00:06:43: Das heißt, wir als Steuerzahler zahlen in der Pflege mehr mit damit man die ungedeckten Kosten finanzieren kann.
00:06:51: Wenn man sich die stationären Kosten anschaut also den Aufenthalt im Pflegeheim was kostet das?
00:06:58: Man kann ungefähr von fünftausend, fünfundt bis sechstausender Euro pro Monat ausgehen.
00:07:04: Das ist wieder abhängig davon wie pflegebedürftig ich bin und wie viel Pflegeaufwand ich brauche.
00:07:10: aber das ist ungefähr der Richtwert.
00:07:11: Und auch da gilt dass die pflegebedürftigen Personen den Eigenbeitrag leisten über die Pensionen, über das Pflegegeld und Einkommen Und was davon nicht gedeckt werden kann, wird eben dann über die Sozialhilfe abgefedert.
00:07:27: Also fünftausend bis sechstausender Euro netto hat kaum jemand eine Pension?
00:07:31: Das wäre sehr, sehr außergewöhnlich.
00:07:34: das heißt also dass der Staat im Regelfall etwas zuschießen muss oder eben in
00:07:39: den allermeisten Fällen ist es so... gut die Hälfte im Regelfall zuschießt.
00:07:46: Wie viel bleibt von der Pension übrig, die ich habe so als Taschengeld?
00:07:52: Genau also wenn man sagt das Pflegegeld und Pension abgeführt werden hast es nicht dass die Personen die pflegebedürftigen Personen auf null gesetzt werden sondern von der pension bleiben zwanzig Prozent und auch vom Pflege Geld bleibt der Rest als Taschengeld übrig.
00:08:10: Die Statistikaustria sagt dem, Sie haben schon gesagt, drei Komma sechs Milliarden Euro werden für Pflegegeld ausgegeben.
00:08:18: Das beziehen ungefähr eine halbe Million Menschen und im Durchschnitt sechshundertvier Euro.
00:08:21: aber das errichtet sich ja danach wie pflegebedürftig man ist.
00:08:26: Wie kommt man zu Pflegegeld?
00:08:28: Und wie läuft es ab und wer darf in der Familie was entscheiden?
00:08:31: Können Sie uns einen kleinen Überblick geben?
00:08:34: Also das Pflege Geld kriegt man nicht automatisch, das muss beantragt werden.
00:08:40: Wenn der Antrag gestellt wird, im Regelfall beim Pensionsversicherungsträger dann gibt es einen Gutachten.
00:08:47: Da kommt eine Ärztin ein Arzt oder auch eine diplomierte Pflegekraft nach Hause und bewertet wie hoch der Pflegebedarf ist.
00:08:54: Und danach richtet sich eben die Pflegegeld-Einstufung.
00:08:57: das fängt an mit pflegestufe eins.
00:08:59: da kriegt man ungefähr zweihundert Euro pro Monat und geht hoch bis pflegestufe sieben.
00:09:04: Das macht schon ungefähr zweitausendzweihundert euro pro monat aus.
00:09:09: Genau Sie haben gefragt, wie ihr in der Familie auch entscheidet.
00:09:13: Ja
00:09:13: genau!
00:09:15: Also grundsätzlich ist es so, dass nicht jeder in der Familie entscheiden darf.
00:09:19: Wenn die pflegebedürftige Person noch entscheidungsfähig ist und entscheidet sie auch selbst.
00:09:24: Wenn das nicht mehr der Fall ist, weil zum Beispiel eine Demenzerkrankung vorliegt oder Unfall dann kann jemand aus der Familie die Entscheidung übernehmen wenn zb auf Vorsorgevollmacht vorlieght oder Erwachsenenvertretungen vorliegen.
00:09:39: Da muss man mit einem Notar reden, damit das auch nach der Notarielle beglaubigt wird und seine Richtigkeit hat.
00:09:46: Und dann darf man auch Entscheidungen fällen die vielleicht Betroffene nicht unmittelbar so treffen würde oder?
00:09:57: Im Regelfall, also das ist auch mein persönlicher Appell.
00:10:00: Im Regelfall stimmt man sich schon vorher ab, darum ist die Vorsorgevollmacht unbedingt auch vorzuziehen von der wachsenden Vertretung.
00:10:10: Die wachsenen Vertretungen macht mehr dann, wenn man selbst quasi nicht mehr entscheidungsfähig ist und vorher auch keine Vorsorge voll macht getroffen hat.
00:10:17: Darum, da auch mein persönlicher Appell.
00:10:20: Wenn man jetzt in Pension geht dann hat man noch zwanzig gute Jahre und diese Jahre die sollte man auch nutzen als Vorsorgejahre und nicht nur als Freizeitjahrel.
00:10:29: Das heißt nicht nur Nutzen für Enkelkinder, für Reisen, Hobbys... Auch das ist wichtig!
00:10:35: Aber in diesen Jahren sollten wir wirklich darüber nachdenken wie will man im Alter versorgt und gepflegt werden?
00:10:41: Was kann man zum Beispiel auch machen um die Wohnung barrierefrei zu gestalten oder vielleicht sogar Zimmer einzurichten für vier, vierundzwanzig Stunden Betreuungskraft.
00:10:49: Aber das sind die Jahre in denen solche Entscheidungen auch getroffen werden sollen.
00:10:55: Sie haben die Vierundzwzig-Stundenpflege angesprochen?
00:10:58: Für viele Menschen ein ganz wichtiges Thema geworden – wie funktioniert das in der Praxis?
00:11:04: Wie kommt man zu einer Vier und zwanzig Stundenpfleger?
00:11:07: Da gibt es mehrere Anbieter auch in Oberösterreich von konfessionellen Anbieten über private Anbiete mit denen Kontakt aufnehmen kann.
00:11:17: Wir empfehlen auch wirklich, Kontakt zu suchen mit Anbietern die vieler Qualität achten.
00:11:24: Das hat natürlich auch seinen Preis.
00:11:25: Wir reden da von ungefähr drei tausend fünfhundert Euro pro Monat, die man dann für eine Personenbetreuung bezahlt wobei es auch der gute Förderungen von Bund und Land Oberösterreich gibt Aber im Idealfall mit Anbietern, die auf Qualität achten Kontakt aufnehmen.
00:11:44: Wie
00:11:44: erkennt man den qualitativ hochwertigen Anbieten?
00:11:48: Da gibt es auch Rankings, die die Anbiter nach Qualität quasi bewerten.
00:11:56: Also da empfehle ich online noch diesen Rankings zu schauen und da findet man gute Namen!
00:12:02: Wie lange wartet man, bis man eine vierundzwanzig Stundenpflege bekommt?
00:12:06: Weil es unterschiedlich ist.
00:12:07: Ich würde so im Regelfall zwischen zwei Wochen und vier Wochen schätzen – ich kann da jetzt nicht hundertprozent ein genauer Angabe machen aber es richtet sich auch dort dann noch wenn eine hohe Dringlichkeit vorliegt, dann bemühen sich die Agentur auch sehr rascher Lösungen zu finden.
00:12:22: Ist klar!
00:12:24: Wie lang gewartet man eigentlich auf einen Hähnplatz in Oberösterreich?
00:12:27: Die Frage würde ich Ihnen jetzt gern einfach beantworten.
00:12:31: Ist es aber nicht, weil es nicht die eine Wartezeit für ganz Oberösterreich gibt?
00:12:35: Es hängt Teilwässe von Bezirken ab.
00:12:38: Es haben manche Bezirk aus sehr breit ausgebrauter Landschaft an Pflegeheimen wo man Teilwäsche nur wenige Tage wartet und dann gibt's Bezierke die verstärkt an Fokus legen auf Tagesbetreuung oder auch mobile Dienste.
00:12:52: da kann man ein bisschen länger warten.
00:12:55: Was das Thema angeht, muss man jetzt sagen.
00:12:57: Es gibt auch nicht dieses Prinzip wer zuerst kommt mal zuerst.
00:13:00: also eine vorsorgliche Anmeldung beim Pflegeheim bringt wenig wenn man her geht und sagt mein Papa könnte in fünf Jahren pflegebedürftig sein.
00:13:08: ich melde ihn heute zu sicher einmal an.
00:13:11: Das wird sehr lange Wartezeiten verursachen, aber es bringt nichts.
00:13:14: Weil am Ende des Tages immer die Dringlichkeit entscheidet und wenn... Und die
00:13:17: Dränglichkeit richtet sich nach der Pflegestufe?
00:13:20: Nicht nur noch zur Pflegestufe sondern die pflegebedürftigkeit aber auch wie die Wohnsituation zum Beispiel daheim ist oder ob man Angehörige hat, die einem unterstützen können vielleicht auch.
00:13:31: Tage wochen überbrücken können.
00:13:33: Also da wird immer das Gesamtpaket von den sogenannten Koordinatorinnen für Betreuung und Pflege angeschaut, und dann auch die Dringlichkeit beurteilt.
00:13:40: Ist
00:13:41: klar!
00:13:41: Aber muss man in dem Bezirk, indem wir wohnt ins Seniorenheim gehen?
00:13:46: Es ist der Regelfall, aber es gibt auch Ausnahmen.
00:13:49: Der Regelfall deshalb weil der Sozialhilfeverband in dem Bezirk, in dem man wohnt für die Kostentragung zuständig ist und es ist einfach auch in der Abwicklung wenn das dann innerhalb des Bezirks bleibt.
00:14:01: Ist klar!
00:14:03: Sie haben schon angesprochen, dass es nicht eindeutig zu sagen ist wie lange man auf einen Heimplatz wartet.
00:14:09: Eine Zeit lang war der Flaschenhals nicht die Zahl der Betten, die zur Verfügung standen sondern die Zahl da Beschäftigten im Pflegebereich, die einfach gefehlt haben.
00:14:19: an allen Ecken und Enden und daher standen zum Teil Trakte leer hat sich das in der Zwischenzeit etwas gebessert.
00:14:27: Personalbedarf den haben wir immer noch und der wird auch in den nächsten Jahren sehr, sehr hoch bleiben.
00:14:33: Aber was man schon merken ist, dass wir im Moment eine gewisse Verschnaufpause haben.
00:14:37: also wir haben vor ungefähr drei Jahren tausend dreihundert Plätze in den Altenabpflegeheimen leer stehen gehabt weil eben zu wenig Personal da war.
00:14:45: Im Moment sind es gut siebenhundert.
00:14:47: also da ist doch ein deutlicher Sprung jetzt nach unten passiert weil die Städte, die Gemeinden und das Land auch wirklich viel gemacht haben unter anderem mit der Fachkräftestrategie Pflege.
00:15:00: Und wir merken schon wenn die Wirtschaft schwächelt dann wird auch die Suche nach krisensicheren Jobs noch Jobs mit viel Arbeitsplatzsicherheit höher, was sich zum Beispiel gerade auch spiegelt, dass wir Rekordwerte in der Ausbildung haben.
00:15:15: Also Pflege ist gerade ein gut nachgefragter Beruf.
00:15:18: aber wir dürfen jetzt natürlich nicht nachlassen im Tempo und die Bezüge.
00:15:21: Wie
00:15:21: wird bei dem Pfleger?
00:15:22: Welche Ausbildung brauche ich dafür?
00:15:24: Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
00:15:26: Also wir haben in der Pflege wirklich auch einen Stufenbau in der Ausbildung, man kann anfangen mit den sogenannten Heimhilfe die Ausbildung dort ungefähr sechs Monate und dann aber auch hochgehen über zweijährige Ausbildungen zum Beispiel in der Fachsozialbetreuung Altenarbeit bis hin zum Studium für Gesundheits- und Krankenpfleger des Dortern sechsemester.
00:15:46: Okay, und wie kann man sich diese Ausbildung vorstellen?
00:15:51: Ist das berufsbegleitend oder muss man das vorher machen bevor er mal mit dem Job beginnt.
00:15:57: Da gibt es mehrere Varianten also entweder man macht's wirklich in der Vollausbildung oder auch berufes Begleitende.
00:16:03: Bis vor wenigen Jahren hat in Oberösterreich auch noch gegolten, dass man zuerst die Ausbildung abgeschlossen haben soll bevor man in die Pflege startet.
00:16:12: Jetzt gibt es das Modell über die sogenannten Stützkräfte oder Heimhilfen in Ausbildung.
00:16:17: Die können schon die Anstellung in einem Pflegeheim oder bei den mobilen Diensten suchen und parallel die Ausbildung machen hilft ihnen deshalb, weil sie parallel schon Geld verdienen können und damit auch den Lebensunterhalt absichern können.
00:16:31: Apropos Einkommen Die Pflegekräfte waren ja lange Zeit nicht wahnsinnig gut bezahlt.
00:16:37: Hat sich hier etwas verändert?
00:16:38: und was verdient man, wenn man in der Pflege tätig
00:16:40: ist?
00:16:42: Also da ist tatsächlich ein Sprung noch vorne geschafft worden nachdem es so viele unterschiedliche Berufsgruppen in der pflege gibt.
00:16:49: Ich greife jetzt die Berufsgruppe der Diplomiertenpflege heraus.
00:16:54: Die verdient als Einstiegsgehalt, also noch ohne Zulagen und ohne Gehaltsvorrückungen, drei Tausend Siebenhundfünfzig Euro.
00:17:02: Brutto?
00:17:04: Brutto genau!
00:17:05: Also das ist wenn man jetzt die Zulangen dann später noch dazu rechnet schon ein gutes Einstiecksgehalt.
00:17:11: Ich bin letztes Jahr auch mal über eine Gegenüberstellung der Statistik Austria gestoßen, die sich angeschaut hat wie Studienabsolventen als Einstiegsgehalt verdienen.
00:17:23: Wo die Pflege und den Gesundheitsbereich wirklich in einem guten vorderen Drittel gelegen sind also mehr verdienen als zum Beispiel Mathematiker, Naturwissenschaftler, Pädagogen oder auch Journalisten?
00:17:37: Das muss man mitbringen um eine gute Pflege Kraft zu werden, welche Voraussetzungen braucht man?
00:17:43: Weil das ist psychisch nicht so anspruchslos.
00:17:46: Also wichtig ist auf jeden Fall Empathie und das Einfüllungsvermögen und vor allem der Spaß und die Freude mit älteren Personen zu arbeiten.
00:17:56: aber ganz wichtig ist mir auch immer dazu zu sagen dass Pflege nicht jeder kann.
00:18:00: also das ist wirklich ein hoch professioneller Beruf, ein Hochverantwortungsberuf und gerade auch im gehobenen Dienst ist die Altenpflege auch ein Beruf, wo... zugespitzt die besten der Besten arbeiten, weil da gibt es nicht das Ärzteteam, das immer neben dir steht.
00:18:18: Sondern du musst mit ganz viel Eigenverantwortung arbeiten, selbstständig Entscheidungen treffen und das erfordert halt auch viel fachliches Können aber vor allem auch den Mut Entscheidungen zu treffen.
00:18:28: Und das ist natürlich von den Arbeitszeiten durchaus anspruchsvoll?
00:18:31: Weil das ja mit Nachtdiensten und Wochen in Arbeit verbunden wird.
00:18:34: Stimmt!
00:18:34: Das gehört dazu.
00:18:35: Pflege ist gerade im Altenamtpflegeheim einer.
00:18:41: gerade die Träger der Alten- und Pflegeheime, die Sozialhilfeverbände sich da wirklich sehr darum bemühen auch flexible Dienstzeiten zu ermöglichen.
00:18:51: Gerade wenn man Kinder oder Heimat oder Enkelkinder reagiert mittlerweile mit vielen Modellen und wir nehmen schon wahr das sorgt auch schon für eine gewisse Zufriedenheit bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
00:19:05: Sie haben gesagt, es gibt ja eine gewisse Entspannung.
00:19:07: Weil sie viele Menschen in Ausbildung haben und sich da etwas anbahnen, was uns hilft die Pflege zu bewältigen.
00:19:16: aber wie viele Leute brauchen sie aus dem Ausland?
00:19:20: Konkrete Zahl gibt's nicht!
00:19:24: Es ist gerade die neue Personalbedarfserhebung im Planungen.
00:19:28: Darum kann ich jetzt den Ergebnis noch nicht vorgreifen, was wir schon sagen können... Wir haben im Moment den Fokus auf die Fachkräftegewinnung in Oberösterreich mit der Ausbildung, mit Umstiegs- und Wiedereinstiegshilfen, Attraktivierung der Arbeitsbedingungen.
00:19:44: Aber das allein wird nicht ausreichen.
00:19:46: also wir werden auch als ein Teil der Lösung die internationale Fachkräftegewindung brauchen und da arbeiten wir gerade mit den Philippinen und Kolumbien verstärkt zusammen damit man auch in Zukunft die Pflege in Ober Österreich auf einem hohen Niveau sichern können.
00:20:03: Warum die Philippinen, warum Kolumbien?
00:20:06: Es hat damals vor ungefähr vier Jahren einen sehr intensiven Auswahlprozess gegeben und man hat sich angeschaut welche Länder eine sehr hohe Qualität in der Pflegerausbildung mitbringen.
00:20:17: Welche Länder aber auch ethisch vertretbar sind um Fachkräfte von dort nach Oberösterreich zu bringen und vor allem, ob sie auch die Bereitschaft haben Fachkräfte nach Oberösterreich zu geben.
00:20:29: Wo unter anderem die Philippinen auch politisch einen großen Wert darauf legen, was dort ein Wirtschaftsfaktor ist wenn Fachkräften im Ausland arbeiten.
00:20:38: Genau das waren quasi unter andermen die Faktoren warum man sich für Philippine und Kolumbien entschieden hat.
00:20:44: Die Erfahrungen sind gut!
00:20:46: Die Erfahrungen sind stetig wachsend.
00:20:50: Wir haben natürlich auch in den ersten Jahren unsere Learnings gehabt, wo wir viel nachbessen haben müssen in der sprachlichen Entwicklung und in der fachlichen Qualifizierung in der Integrationsarbeit.
00:21:03: aber wir sind auf einem sehr guten Weg behaupten.
00:21:08: Fairerweise muss man sagen, es ist relativ einfach jemand nach Oberösterreich zu bringen.
00:21:12: Aber es ist eine große Aufgabe dann auch zu schauen dass er sich hier wohl fühlt das er auch bleiben mag und da setzen wir gerade an sehr vielen Schrauben an.
00:21:22: Das heißt, da hilft Ihre GSMBH auch mit, dass die Betreuung und die Unterstützung auch gewährleistet ist.
00:21:29: Genau das ist eine unserer Kernaufgaben vom Auswahlverfahren über die Qualitätssicherung bis hin zur Integrationsarbeit in Oberösterreich.
00:21:39: Wir haben schon anfangs gesprochen über die Kostenentwicklung in der Pflege und dann zeigt sich also so die Kosten deutlich stärker steigen als die Inflationen und die war schon ohnehin sehr hoch... Die Frage ist, wie wir uns Pflege in Zukunft leisten können.
00:21:55: In welche Richtung wird das aus ihrer Sicht gehen?
00:21:58: Also was man sagen kann ist dass der Staat immer dafür sorgen wird, dass eine gewisse Grundsicherung da ist auch in der Pflege und dass die Pflege nicht dem Zufall überlassen wird.
00:22:09: aber das kostet natürlich auch.
00:22:12: ich glaube ein wichtiger Faktor wird sein dass wir auch die persönliche Vorsorge schärfen Gerade weil wir in Oberösterreich manchmal auch ein Selbstverständnis haben, das der Vorsorge nicht immer gut tut.
00:22:25: Weil viele Leute glauben wenn ich alt bin und pflegebedürftig bin dann springt jeder Staat ein und kümmert sich um alles.
00:22:34: Wir müssen aber schon schauen gerade wenn man Wahlfreiheit haben möchte in der Pflege oder bestimmte Pflegeform im Auge hat Dann muss man jetzt etwas dafür tun damit es dann in Zukunft auch so eintreten kann.
00:22:48: Und dieses Bewusstsein für die Prävention, für die Vorsorge sollten wir auf jeden Fall noch mehr schärfen.
00:22:57: Ich für wirklich auch wichtig halte ist, dass wir nicht nur über das Geld reden sollen sondern ein ganz wichtiges Kapital in den nächsten Jahren werden soziale Kontakte sein.
00:23:06: Das heißt jetzt schon darauf schauen, dass ihr gutes Familienleben habt und dass ich meinen Nachbarn gut verstehe, dass sie ein gutes Vereinsleben haben weil wir werden Leute brauchen die auch mal beim Einkaufen helfen die uns vielleicht zum Arzt bringen oder einfach da sind beim Unterstützung brauchen.
00:23:23: Das wären wir uns mit dem Geld nicht nur kaufen können.
00:23:27: Es ist wichtig, dass wir jetzt schon auf die sozialen Kontakte achten.
00:23:30: Wahrscheinlich auch wichtig, das sie möglichst lange ihrem gewohnten Umfeld bleiben weil es auch von den Systemkosten deutlich günstiger ist wie ein Heimplatz?
00:23:39: Nicht nur günstig ist ja auch das was sich die Leute am meisten wünschen, dass sie lang daheimbleiben können.
00:23:45: drum ich glaube wichtiger Faktor ist schon auch, dass man dem mobilen Dienste noch weiter stärken und ihnen auch die Bedeutung geben, die sie brauchen.
00:23:53: Es ist immer leichter Pfleger auf ein Pflegeheim zu reduzieren, weil das kann man sich vorstellen – es ist ein Haus!
00:23:58: Aber ganz wichtig sind auch die mobilen Dienste, die zu uns heim kommen und schauen dass wir eben lange daheim bleiben können.
00:24:06: Die privaten Versicherungen bieten ja seit Keramazeit-Pflegeversicherungen an.
00:24:11: Sie haben sich als veredable Ladenhütter herausgestellt möglicherweise auch aus dem Grund, den Sie genannt haben.
00:24:17: Dass man eh davon ausgeht im schlimmsten Freiwetterstaat einspringen muss da das Angebot vielleicht geschärft werden?
00:24:25: Wenn du mehr haben willst musst du einen höheren Beitrag zahlen?
00:24:30: Ich glaube schon dass es mit der Grund ist, dass man sagt im Alter kümmert sich jeder Staat um mich.
00:24:36: also das Vertrauen in dem Staat ist sicher richtig und auch gut.
00:24:40: aber wenn wir eben die Wahlfreiheit habe haben möchte, dann ist es wichtig dass mir jetzt schon anfängt und nicht erst beginnt sich darüber Gedanken zu machen wann der Fall dann eintritt.
00:24:51: Wahrscheinlich die Pflegeversicherung.
00:24:53: man muss auch sagen pflege ist ein Thema das emotional sehr weit weg ist.
00:24:58: Man versichert gerne Haus, man versicherte Auto deshalb hat man unmittelbar bei sich.
00:25:01: aber pflegen ist ein Lebensrisiko mit dem setzt man sie ungern auseinander und ich glaube dann ist der Anreiz ja nicht so groß dass man so ein Risiko auch versicherten.
00:25:11: Alles klar Ich bedanke mich sehr herzlich, dass Sie bei uns zu Gast waren.
00:25:16: Meine sehr verehrten Damen und Herren!
00:25:17: Bene möchte ich mich für's Zuhören und zu sehen bedanken.
00:25:20: Ich hoffe sie sind mit der nächsten Folge von Geld und Leben wieder dabei und ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag auf Wiederschein.
00:25:27: Danke.
00:25:31: Übrigens
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